Wie sind die Alpen entstanden?

Die Alpen entstanden über viele Millionen Jahre durch die Kollision der afrikanischen beziehungsweise adriatischen Platte mit Europa. Dabei wurden Gesteine aus dem Erdinneren und Ablagerungen des ehemaligen Tethys-Meeres gefaltet, übereinandergeschoben, angehoben und durch Druck und Hitze in verschiedenste Gesteine umgewandelt. Viele Gesteine der Alpen entstanden einst am Boden tropischer Meeresgebiete. (GeoSphere Austria)

Ein Meeresboden im Himmel

Wenn wir an die Alpen denken, haben wir meistens Schnee, Eis und schroffen Fels vor Augen. Geologisch gesehen blicken wir aber auf ein gigantisches Mosaik aus der Tiefsee. Große Teile der heutigen Alpen bestehen aus Gesteinen, deren Ausgangsmaterial einst auf dem Grund eines Meeres oder in flachen tropischen Meeresgebieten abgelagert wurde, darunter die Kalkskelette von Billionen Algen, Muscheln, Korallen und anderen Meeresorganismen. (GeoSphere Austria) Als sich die afrikanische beziehungsweise adriatische Platte nach Norden bewegte, kollidierte sie mit Europa. Das Ergebnis? Der Meeresboden des Urmeeres Tethys wurde gestaucht, gefaltet und kilometerweit in den Himmel geschoben. So entstand im Laufe von Millionen Jahren das Gebirge der Alpen.

Wie sind die Alpen entstanden?

Welche Gesteine kommen in den Alpen vor?

Wenn du genau hinsiehst, merkst du schnell, dass das Gestein der Alpen nicht überall gleich aussieht. Die Natur hat hier eine gigantische Hexenküche betrieben und aus dem alten Meeresboden sowie der kontinentalen Erdkruste ein faszinierendes Puzzle gebaut, das jedoch nicht so eindeutig ist, wie es hier wirken mag. Es gibt verschiedenste Arten der einzelnen Gesteine und auch Mischformen. Hier mal die wichtigsten:

Kalkstein ist im Grunde ein riesiger, versteinerter Urzeit-Friedhof. Kalkstein erzählt oft die Geschichte eines uralten Meeres: Er enthält die Überreste von Organismen, die einst Kalkschalen oder Kalkskelette bildeten.

Geriet der alte Meeres-Kalkstein durch die Erdbewegungen tief unter die Erde, wurde er durch Hitze und hohen Druck umgewandelt. Er schmolz nicht, sondern rekristallisierte zu Marmor – wie etwa der berühmte Laaser Marmor.

Er entstand lange vor der Alpenbildung tief in der Erdkruste, als Magma langsam abkühlte und erstarrte. Der Granit des Mont-Blanc-Massivs ist beispielsweise rund 300 Millionen Jahre alt. Erst viel später wurde das Gestein bei der Alpenbildung angehoben und freigelegt.

Gneis kann entstehen, wenn Gesteine wie Granit unter hohem Druck und hohen Temperaturen umgewandelt werden. Dabei ordnen sich die Minerale neu und bilden die typische Bänderung. Gneis ist sozusagen die geknetete Version seines Ausgangsgesteins und funkelt oft silbrig im Sonnenlicht.

Dieses Gestein entstand unter anderem durch gewaltige Unterwasser-Massenströme, die Sand, Schlamm und andere Sedimente in die Meeresbecken transportierten. Weil Flysch aus relativ weichen Sedimentgesteinen wie Sandstein, Mergel und Tonschiefer besteht, verwittert er schnell. Er schenkt Teilen der Voralpen ihre sanften, grünen Grasberge, neigt bei Starkregen aber auch gerne zu spektakulären Hangrutschungen.

Viele Schiefer gehen ursprünglich auf feinkörnige Ablagerungen zurück, die unter Druck und Temperatur umgewandelt wurden. Das Geniale daran: Viele dieser Gesteine lassen sich in hauchdünne Platten spalten. Die Menschen in bestimmten Regionen der Alpen nutzen dieses dunkle, glänzende Gestein, um die Dächer ihrer Berghütten sturmfest abzudecken.

In der Steiermark wandern und das Dachstein-Panorama genießen: Das ist Urlaub beim Höflehner.

Der Dachstein - Kalkstein

Marmorbruch mit weißem Marmor - ein Gestein, das bei der Entstehung der Alpen geformt wurde.

Marmor

Ötztaler Alpen - Gneis

Die Bretterwandspitze in Osttirol ist eine beeindruckende Felsformation aus Kalkglimmerschiefer.

Osttirol - Glimmerschiefer

Schiefer ist ein plattenartiges Gestein, das bei der Entstehung der Alpen gebildet wurde.

Schiefer

Der Cadini di Misurina ist ein wunderschöner Aussichtspunkt in den Südtiroler Dolomiten.

Dolomiten - Dolomit

Wie sind die Dolomiten entstanden?

Wer einmal vor den Drei Zinnen in Südtirol stand, weiß: Diese Berge sehen völlig anders aus als der Rest der Alpen – und das, obwohl sie geologisch zu den Kalkalpen gehören. Keine runden Kuppen oder massiven, grauen Wände, sondern senkrechte, bleiche Türme, die wie die Zacken eines versteinerten Drachen aus den grünen Almwiesen ragen. Warum ist das so?

Es ist kompliziert

Vor rund 240 Millionen Jahren war die Region der heutigen Dolomiten ein tropisches Unterwasser-Paradies. In den warmen, flachen Meeren lebten Korallen und andere kalkbildende Organismen, deren Überreste sich am Meeresboden ablagerten. Gleichzeitig war die Region von intensivem Vulkanismus geprägt, der die chemische Zusammensetzung des Meerwassers beeinflusste und zur Bildung magnesiumreicher Fluide beitrug. Wie aus dem ursprünglichen Kalk das heute namensgebende Dolomitgestein entstand, ist komplex: Magnesiumreiche Fluide spielten bei der sogenannten Dolomitisierung eine wichtige Rolle – der genaue Ablauf ist bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.

Was ist die berühmte Enrosadira?

Das Dolomitgestein ist relativ widerstandsfähig, zugleich von Klüften und Schichtungen durchzogen. Zusammen mit Verwitterung, Erosion und der Arbeit der Gletscher entstand daraus im Laufe der Zeit die für die Dolomiten typische Landschaft aus Türmen, Zinnen und senkrechten Wänden. Noch eine Besonderheit der Dolomiten: Sie leuchten bei Sonnenauf- und -untergang oft in magischen Farben, was in Südtirol Enrosadira genannt wird. Wenn die Sonne morgens oder abends tief steht, legt ihr Licht einen besonders langen Weg durch die Atmosphäre zurück. Die hellen Dolomitwände nehmen dabei spektakuläre Rosa-, Rot- und Violetttöne an.

Fazit

Wenn du das nächste Mal in den Alpen wanderst, schau dir das Gestein unter deinen Füßen genau an. Du kannst deine Mitwanderer jetzt mit tollem Fachwissen beeindrucken!

Hey
, bist du bereit für
deinen Wanderurlaub?

Dein Wanderhotel in den Alpen

Wanderhotels finden

Die besten Urlaubs-Specials

Wow-Angebote

Wanderhotels Logo
Wanderhotels Logo