Welche Gesteine kommen in den Alpen vor?
Wenn du genau hinsiehst, merkst du schnell, dass das Gestein der Alpen nicht überall gleich aussieht. Die Natur hat hier eine gigantische Hexenküche betrieben und aus dem alten Meeresboden sowie der kontinentalen Erdkruste ein faszinierendes Puzzle gebaut, das jedoch nicht so eindeutig ist, wie es hier wirken mag. Es gibt verschiedenste Arten der einzelnen Gesteine und auch Mischformen. Hier mal die wichtigsten:
Wie sind die Dolomiten entstanden?
Wer einmal vor den Drei Zinnen in Südtirol stand, weiß: Diese Berge sehen völlig anders aus als der Rest der Alpen – und das, obwohl sie geologisch zu den Kalkalpen gehören. Keine runden Kuppen oder massiven, grauen Wände, sondern senkrechte, bleiche Türme, die wie die Zacken eines versteinerten Drachen aus den grünen Almwiesen ragen. Warum ist das so?
Es ist kompliziert
Vor rund 240 Millionen Jahren war die Region der heutigen Dolomiten ein tropisches Unterwasser-Paradies. In den warmen, flachen Meeren lebten Korallen und andere kalkbildende Organismen, deren Überreste sich am Meeresboden ablagerten. Gleichzeitig war die Region von intensivem Vulkanismus geprägt, der die chemische Zusammensetzung des Meerwassers beeinflusste und zur Bildung magnesiumreicher Fluide beitrug. Wie aus dem ursprünglichen Kalk das heute namensgebende Dolomitgestein entstand, ist komplex: Magnesiumreiche Fluide spielten bei der sogenannten Dolomitisierung eine wichtige Rolle – der genaue Ablauf ist bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.
Was ist die berühmte Enrosadira?
Das Dolomitgestein ist relativ widerstandsfähig, zugleich von Klüften und Schichtungen durchzogen. Zusammen mit Verwitterung, Erosion und der Arbeit der Gletscher entstand daraus im Laufe der Zeit die für die Dolomiten typische Landschaft aus Türmen, Zinnen und senkrechten Wänden. Noch eine Besonderheit der Dolomiten: Sie leuchten bei Sonnenauf- und -untergang oft in magischen Farben, was in Südtirol Enrosadira genannt wird. Wenn die Sonne morgens oder abends tief steht, legt ihr Licht einen besonders langen Weg durch die Atmosphäre zurück. Die hellen Dolomitwände nehmen dabei spektakuläre Rosa-, Rot- und Violetttöne an.
Fazit
Wenn du das nächste Mal in den Alpen wanderst, schau dir das Gestein unter deinen Füßen genau an. Du kannst deine Mitwanderer jetzt mit tollem Fachwissen beeindrucken!