Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen gehören im Sommer zum festen Bild jeder Alm – und zu den häufigsten Begegnungen auf Wanderwegen in den Alpen. Leider kam es immer wieder zu gefährlichen Situationen, die sich jedoch mit richtigem Verhalten gegenüber dem Weidevieh praktisch immer vermeiden lassen.
Warum kann Weidevieh gefährlich werden?
Weidevieh ist grundsätzlich friedfertig, aber neugierig – und allein aufgrund seiner Größe kann eine harmlose Situation schnell kritisch werden. Besonders Mutterkühe schützen instinktiv ihre Kälber und reagieren empfindlich auf Hunde, die sie als potenzielle Bedrohung wahrnehmen.
WICHTIG: Auch wenn du selbst ohne Hund wanderst, ist Vorsicht geboten. Da statistisch gesehen fast jeder Zwischenfall auf Almweiden durch Hunde ausgelöst wird, können die Tiere noch von einer vorherigen Begegnung gestresst oder gereizt sein. Sie projizieren diese Aufregung unter Umständen auf nachfolgende Wanderer. Begegne der Herde daher grundsätzlich mit Aufmerksamkeit und Ruhe.
Abstand halten: Kein Kontakt zu Weidetieren, niemals füttern.
Wege nutzen: Gekennzeichnete Wander- und Radwege nicht verlassen.
Gatter schließen: Weidezäune beachten und Tore immer sorgfältig schließen.
2. Das richtige Verhalten auf der Weide
Ruhe bewahren: Tiere nicht erschrecken und ruhig vorbeigehen.
Großen Bogen machen: Herden weiträumig umgehen, Fahrräder im Zweifel schieben.
Blickkontakt halten: Den Tieren beim Ausweichen niemals den Rücken zukehren.
Abstand wahren mit Stock: Nutze deine Wanderstöcke, um dich im Notfall optisch größer zu machen und die Tiere auf Distanz zu halten.
3. Spezialfall: Hunde & Warnsignale
Leinenpflicht: Hunde kurz führen. Bei einem Angriff sofort ableinen!
Mutterkühe meiden: Hunde von Kühen mit Kälbern unbedingt fernhalten.
Warnsignale deuten: Bei Drohgebärden (Scharren, Kopf senken, Brüllen) die Weide sofort zügig verlassen.
Hundefreundliche Wanderungen
Weil bei nahezu allen Zwischenfällen mit Weidevieh Hunde eine Rolle spielen, solltest du dich als Hundehalter vorab gut über deine geplante Wanderroute informieren und im Zweifel überlegen, ob dein Hund auf dieser Tour wirklich mitmuss.
Die gute Nachricht: Wandern mit Hund und ein entspannter Urlaub müssen sich nicht ausschließen. In unseren hundefreundlichen Wanderhotels ist dein Vierbeiner ebenso herzlich willkommen wie du selbst. Dort erwarten dich geführte Touren, die eigens auf Wanderungen mit Hund zugeschnitten sind, sowie erfahrene Gastgeber, die dir sichere und alm-freie Routen empfehlen, wenn ihr lieber auf eigene Faust unterwegs sein möchtet. So könnt ihr beide die Berge in vollen Zügen genießen – entspannt, sicher und ganz ohne Sorge vor unangenehmen Begegnungen mit Weidevieh.
Nicht mitten durch die Herde gehen. Mit möglichst großem Abstand umgehen, ruhig bleiben und den Tieren nicht den Rücken zukehren.
Nein. Hunde gehören auf Almen und Weiden immer an die kurze Leine – nur bei einem drohenden Angriff durch Weidevieh solltest du sofort ableinen.
Typische Warnsignale sind ein gesenkter Kopf, Scharren mit dem Huf und lautes Brüllen. Zeigt eine Kuh diese Anzeichen, solltest du die Weidefläche zügig und ruhig verlassen.
Vor der Wanderung informieren
Bist du dir vor deiner Tour unsicher, auf welchen Almen aktuell Weidevieh unterwegs ist oder welcher Weg sich am besten eignet? Der Wanderconcierge deines Wanderhotels kennt die Region genau und gibt dir gerne aktuelle Tipps und Informationen für eine sichere und schöne Wanderung.
Mehr konkreteTipps für ein rücksichtsvolles Miteinander auf Almen und Wanderwegen findest du in unserem Beitrag: Sicheres Verhalten beim Wandern.