Den richtigen Wanderweg wählen

Deine Wanderung steht und fällt mit der richtigen Einschätzung deines Fitnesslevels und mit der dazu passenden Wahl deiner Route. Sie muss unbedingt deinem tatsächlichen Fitnessniveau entsprechen. Die zu beachtenden Variablen: Gehzeit, Höhenmeter, Distanz & Gelände.

Wanderwege haben drei Dimensionen

Gehzeit

Die Gehzeit gibt an, wie lange du voraussichtlich für eine Wanderstrecke benötigen wirst. Sie wird in Stunden angegeben und bezieht sich auf die reine Laufzeit, ohne Pausen. Die Gehzeit ist eine wichtige Orientierungshilfe, um deine Tour zeitlich einzuschätzen und sicherzustellen, dass du genügend Zeit für Pausen und Sehenswürdigkeiten einplanen kannst. Weiter unten erklären wir dir noch wie du die Gehzeit in den Bergen richtig berechnest.

 

Höhenmeter & Distanz

Höhenmeter geben an, wie viel Höhendifferenz du während einer Wanderung überwinden wirst. Dieser Wert ist besonders relevant, da er einen Einblick in die Steigung und das Gelände der Route gibt. Je mehr Höhenmeter, desto anspruchsvoller ist die Wanderung. Die Distanz (km) einer Wanderung ist immer in Kombination mit der Höhendifferenz zu betrachten. Kurz und steil kann anspruchsvoller sein als lang und eben. Es ist wichtig zu beachten, dass Höhenmeter sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg berücksichtigt werden sollten.

Wanderweg richtig wählen
© Cam Poetry

Gelände

Die dritte Variable ist das Gelände. Achte bei der Beschreibung einer Wanderung auf Formulierungen wie Trittsicherheit oder Schwindelfreiheit. Wanderst du beispielsweise an einem Grat entlang, wo die Berghänge links und rechts steil in die Tiefe fallen, musst du trittsicher und schwindelfrei sein. Vielleicht ist die Wanderung gar nicht so lang und steil, was dich verleitet, sie als einfach einzustufen. Das kann sich aber als fataler Fehler rausstellen. Also: Niemals das Gelände außer Acht lassen & den Berg nicht unterschätzen.

Richtwerte für die Schwierigkeit von Wanderwegen

Leichte Wanderungen

  • Distanz: Starte mit Wanderungen von etwa 5 bis 8 Kilometern pro Wanderung.
  • Höhenmeter: Wähle Routen mit geringen Höhenunterschieden, idealerweise unter 200 Höhenmetern.
  • Achte darauf, dass das Gelände nirgends steil abfällt.

Mittelschwere Wanderungen

  • Distanz: Steigere dich allmählich auf 8 bis 12 Kilometer.
  • Höhenmeter: Wähle Routen mit moderaten Anstiegen, etwa 200 bis 500 Höhenmetern.
  • Bitte bedenke deine Trittsicherheit und Schwindelfreiheit bei der Planung.

Anspruchsvolle Wanderungen

  • Distanz: Wenn du dich fit und sicher fühlst, kannst du Wanderungen über 12 Kilometer in Betracht ziehen.
  • Höhenmeter: Erhöhe die Höhendifferenz schrittweise, aber achte darauf, dass du nicht zu schnell zu anspruchsvollen Routen wechselst. Ziel könnte hier etwa 500 bis 800 Höhenmeter sein. Steigerung nach oben langsam aber sicher möglich!
  • Hier musst du auf jeden Fall „geländegängig“ sein.
Ein Mann steht hoch oben auf einem Felsen bei der geführten Wanderung in den Südtiroler Dolomiten.

© Michael Perschl

Beim Wandern in Südtirol führt der Weg entlang einer steilen Felsklippe.

© Canva

Ein Wanderweg führt beim Wandern in Österreich über eine sanfte Wiese Richtung Wald.

© Canva

Eine Frau steht auf einem Stein und blickt über das Tal und Bergpanorama bei einer geführten Wanderung in Österreich.

© Cam Poetry

Die rot-weiß-rote Markierung auf dem Stein ist beim Wandern in Österreich die offizielle Wegmarkierung.

© Canva

Ein Pärchen beim Klettersteig Rotwandspitze mit herrlichem Panoramaweitblick im Hintergrund.

© Carolin Thiersch

Farben für die Schwierigkeit von Wanderwegen

Wanderwege sind meist farblich markiert, um ihre Schwierigkeitsgrade anzuzeigen. Es ist sicher einfacher, dich an diesen Schemata zu orientieren und dich an markierte Wanderwege zu halten, als selber Wandertouren auf die Beine zu stellen – das ist nur für Profis geeignet.

WICHTIG: Die unten genannten Klassifikationen gelten nur für normale, gute Verhältnisse. Regen, Nebel oder Altschnee können auch „einfache“ Wege rutschig bis unpassierbar machen. Daher bitte immer vorab erkundigen, wie der Zustand deines geplanten Wanderweges aktuell ist.

ACHTUNG: In Tirol werden Talwege gar nicht markiert. Es beginnt erst bei der Farbe Rot. Diese Wanderwege sind dafür teilweise einfacher als an Orten, wo es auch noch Blaue und Grüne Markierungen gibt. Bitte vor dem Wählen der Wanderung in deinem Wanderhotel erkundigen!

Die Klassifikationen von Wanderwegen sind leider nicht standardisiert und daher gilt diese Aufzählung lediglich als grober Überblick.

Leichte Wanderungen, oft auf gut markierten Wegen ohne signifikante Steigungen. Geeignet für Anfänger und Familien.

Mittelschwere Wanderungen mit moderaten Steigungen und möglicherweise unebenem Gelände wie Wurzeln und Waldwegen. Diese Wege erfordern etwas Erfahrung und eine grundlegende Fitness.

Anspruchsvollere Routen mit steilen Anstiegen und unebenem Terrain. Hier ist eine gute körperliche Verfassung, Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.

Schwierige und anspruchsvolle Routen, die oft alpines Gelände durchqueren. Teilweise sind diese Routen nicht gewartet und führen durch freies Gelände Diese Wanderungen erfordern alpine Erfahrung, gute Orientierungsfähigkeiten und eine ausgezeichnete körperliche Fitness sowie Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Fazit - Wanderweg richtig wählen

Schätze dein Fitnesslevel RICHTIG ein und plane deine Wanderung entsprechend. Besser du unterschätzt als du überschätzt dich. Nicht einfach drauflos wandern, sondern die Wanderroute vorab gut recherchieren. Halte dich an deine geplante Tour bzw. trau dich vorzeitig abzubrechen, wenn es zu anstrengend wird. Fang mit kurzen, einfachen Wanderungen an und steigere dich langsam. In jedem Wanderhotel steht dir professionelle Beratung vom ortskundigen und wanderaffinen Wanderhotels-Wanderconcierge zur Verfügung.

Deine Vorteile als Gast eines Wanderhotels

  • kostenlose geführte Touren mit ausgebildeten Wanderguides
  • Professionelle Beratung durch den Wanderhotels-Wanderconcierge
  • Tipps für Wege abseits der ausgetretenen Touristenpfade
  • Vorausgewählte Wandertouren mit allen benötigten Informationen
Anhand einer Wanderkarte werden Wanderungen in Salzburg erklärt.

© Cam Poetry

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