Wandern bei Hitze

Wer bei einer Hitzewelle nicht ans überfüllte Meer will, findet in den Bergen oft die angenehmere Alternative: kühlere Luft, schattige Wälder und erfrischende Bergseen machen Wandern bei Hitze zu einem angenehmen Erlebnis, wenn du ein paar Dinge beachtest. In diesem Beitrag erfährst du, worauf es bei hohen Temperaturen wirklich ankommt.

Berge sind kühler

Pro 100 Höhenmeter aufwärts sinkt die Temperatur um etwa 0,6 Grad, und meist weht ein angenehmes Lüftchen – wer ins Gebirge fährt, entkommt der drückenden Hitze im Tal spürbar.

 

Was viele unterschätzen: Mit der Höhe nimmt zwar die Lufttemperatur ab, gleichzeitig wird die Sonneneinstrahlung intensiver und die Luft trockener. Man schwitzt oft weniger sichtbar, verliert aber dennoch Flüssigkeit und Energie. Gerade an klaren Sommertagen kann sich der Körper deshalb schneller erschöpfen, obwohl die Bedingungen deutlich angenehmer wirken als im Tal. Damit aus der Wanderung ein Genuss wird und kein Kraftakt – oder gar eine Gefahr –, braucht es nur ein paar Kleinigkeiten.

Wandern bei Hitze
© Cam Poetry

Wandern bei Hitze - die besten Tipps

Wer seine Wanderung in den frühen Morgenstunden beginnt, umgeht die Mittagshitze und ist oft schon zurück, bevor die Sonne am stärksten brennt. Ein positiver Nebeneffekt: An heißen Sommertagen steigt am Nachmittag oft auch die Gewittergefahr – ein früher Start bringt dich rechtzeitig zurück, bevor es kritisch wird. Wie du ein aufziehendes Gewitter frühzeitig erkennst, liest du in unserem Beitrag Aufziehendes Gewitter in den Alpen erkennen.

Bevorzuge Touren, die durch Wald führen, an Bächen oder Seen entlang verlaufen oder nord- bzw. westseitig ausgerichtet sind, denn dort gibt es deutlich mehr Schatten. Als Gast in einem Wanderhotel hilft dir der Wanderhotels-Wanderconcierge. Er kennt die schattigen und wasserreichen Routen der Region und berät dich gerne bei der Auswahl. Ausgesetzte Grat- und Gipfeltouren ohne Deckung solltest du an besonders heißen Tagen eher meiden. Wie du generell die passende Tour für dein Fitnesslevel findest, erklären wir dir in Wanderweg richtig wählen.

Plane wenn möglich eine Route, die sich je nach Tagesverfassung verkürzen oder verlängern lässt, statt dich auf eine feste Distanz festzulegen. Auch eine Hütte oder Alm auf halber Strecke ist an heißen Tagen Gold wert – für ein kühles Getränk, ein schattiges Platzerl und die Gewissheit, notfalls dort eine längere Pause einlegen zu können.

Bei Hitze verlierst du beim Wandern deutlich mehr Flüssigkeit als gedacht – teils bis zu einem Liter Schweiß pro Stunde. Trinke daher regelmäßig in kleinen Schlucken, statt erst bei Durst nachzufüllen. Neben Wasser lohnt sich eine Elektrolytmischung oder eine leicht gesalzene Jause, um den Mineralstoffverlust auszugleichen. Achte außerdem schon bei der Tourenplanung darauf, ob es unterwegs Möglichkeiten gibt, deine Trinkflasche wieder aufzufüllen.

Die Sonneneinstrahlung nimmt mit der Höhe zu, obwohl es kühler wird. In den Bergen ist die UV-Strahlung deutlich intensiver, als man es spürt. Achte auf einen hohen Lichtschutzfaktor, eine Kopfbedeckung, eine Sonnenbrille und leichte, atmungsaktive Kleidung. Nacken, Ohren und Nase werden dabei besonders oft vergessen. Was neben Sonnenschutz sonst noch in den Rucksack gehört, findest du in unserer Packliste für den Wanderurlaub.

Warnzeichen erkennen

Ein Pärchen beim Klettersteig Rotwandspitze mit herrlichem Panoramaweitblick im Hintergrund.

© Carolin Thiersch

Dein Körper meldet sich, bevor es gefährlich wird – wichtig ist, die Signale ernst zu nehmen.

  • Sonnenstich: Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, ein hochroter, heißer Kopf – oft erst Stunden nach der Sonneneinstrahlung. Sofort in den Schatten, Kopf und Nacken kühlen (z. B. mit einem feuchten Tuch) und viel trinken.
  • Hitzschlag: Deutlich gefährlicher und ein medizinischer Notfall. Anzeichen sind ein plötzlicher Kräfteverfall, hochrote, heiße und auffallend trockene Haut (kaum noch Schwitzen), Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung. Hier zählt jede Minute: Notruf 112 wählen, die Person in den Schatten bringen, Kleidung öffnen und den Körper mit lauwarmem (nicht eiskaltem!) Wasser oder feuchten Tüchern kühlen, bis Hilfe eintrifft.
  • Wichtig zu wissen: Ist dein Körper überhitzt, solltest du dich nie abrupt in kaltes Wasser stürzen – der plötzliche Temperaturunterschied kann einen gefährlichen Kälteschock auslösen. Kühle dich stattdessen langsam ab: erst Arme und Beine, dann Schritt für Schritt tiefer ins Wasser.

Fazit

Wandern bei Hitze ist mit der richtigen Vorbereitung problemlos möglich – und gerade bei einer Hitzewelle sind die Berge eine willkommene Alternative zum überfüllten Meer: kühler, ruhiger und mit echten Erfrischungsmomenten an Bächen und Bergseen. Mit früher Startzeit, schattigen Routen, genug Flüssigkeit und gutem Sonnenschutz wird auch der heißeste Wandertag zum entspannten Erlebnis. In jedem Wanderhotel unterstützt dich dein Wanderhotels-Wanderconcierge gerne bei der Wahl der passenden Tour für heiße Tage.

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