Krampus, Percht und Gasteinertal

Gut und Böse
Krampusse begleiten den Nikolaus beim Besuch von Haus zu Haus. Es sind grausige Schreckgestalten in Zottelfelle gehüllt, mit kunstvoll geschnitzten Larven (Masken) und riesigen Glocken am Rücken, die schaurig durch die Dunkelheit hallen.

Krampusse bestrafen...

Krampusse und Perchten sind Gestalten eines überlieferten Brauches aus vorchristlicher Zeit. Die Hochburg des Brauches liegt vor allem im Bereich des österreichischen Ostalpenraumes, genauer gesagt in den Bundesländern Salzburg, Kärnten und Tirol sowie im Salzkammergut. Der Krampus ist der Gegenpol zum Nikolaus. Er symbolisiert die Bestrafung des Bösen, wohingegen der Nikolaus das Gute belohnt. Reue und Buße führen zur Erlangung der himmlischen Seligkeit. Der Teufel allein verweigert diese Einsicht und bleibt für ewig in der Hölle angekettet.  ...Perchten bringen Glück
Auch die Perchten sehen schaurig aus. Sie treten nicht gemeinsam mit dem Nikolaus auf. Der Brauchtum bezieht sich auf die sogenannten Raunächte, in denen Perchten die bösen Geister des Winters und das alte Jahr austreiben. Besuch von den Perchten bringt Glück und ist ein gutes Omen.  Je nach Region spielt der Krampus oder der Percht eine wichtigere Rolle. In letzter Zeit verschwimmen die Grenzen der beiden Figuren jedoch zusehends ineinander.

Kunstvolle Masken
Bis heute werden die "Larven", wie die Masken auch genannt werden, handgeschnitzt. Jeder Künstler hat Werke einen seinem ganz eigenen Stil. Manche Krampusgruppen legen großen Wert darauf alle Larven von einem Schnitzer zu haben. Wieder andere Gruppen nehmen nur Masken von einem lokalen Künstler.
Früher waren die Krampusse/Perchten in Schaffellreste aus der bäuerlichen Mottenkiste gehüllt. Heute gestaltet sich die Aufmachung sehr aufwändig und teuer. Ein Brauch im Wandel
Es ist dunkel draußen, der Schnee fällt in dicken Flocken. In der warmen Stube sitzt die Familie um den Küchentisch und wartet voller Spannung. Die "Schlimmsten" der Familie versuchen in der hintersten Ecke der Küchenbank zu sitzen, in der Hoffnung, für die peitschende Weidenrute des Krampus nicht so leicht erreichbar zu sein. Früher jagten die Gehörnten ungezogene Familienmitglieder rund um den Tisch, rote Striemen an den Beinen waren keine Seltenheit. Durch die „moderne“ Einrichtung der Häuser, deren Fußböden und Möbel die Umstände des Krampusbesuchs nicht mehr ohne schwere Beschädigungen aushalten konnten, verlegte sich die Tätigkeit der Klaubauf - weiterer Ausdruck für Krampus - zusehends auf die Straße. Beim Besuch des Nikolaus in den Küchen begnügen sich die Krampusse heute mit einem bösen Läuten ihrer Glocken und einem grimmigen Brummen.
 

Die Berger Partl aus dem Oberdrautal vereinen Tradition und Modere.


Krampusumzüge - die "Neuzeit" des Bösen

Bei den heute immer moderner werdenden Umzügen laufen ganz verschiedene Krampusgruppen. Nicht wirklich traditionelle Showelemente wie Leuchtfeuer, rot leuchtende Augen und jaulende Kettensägen zeigen bei so einem Lauf durchaus Aufsehen erregende Wirkung. Adrenalin ist garantiert, berühren die Ungestalten doch eine tief verwurzelte Urangst in uns. Die Vereine verstehen es meisterhaft, die Gruselgestalten in Szene zu setzen. So ein Umzug ist wirklich sehenswert. 


Gasteinertal, wo Tradition über alles geht
Hier hat die Show keinen Einzug gehalten. Die echte, gewaltfreie und ursprüngliche Tradition wird mit großer Freude - von Einheimischen für Einheimische - gelebt.

Eine Gruppe aus einem Nikolaus, einem Körberlträger, einem Engerl, einem Vorteufel und mindestens drei Krampussen wird im Tal „Pass“ genannt. 80 bis 100 solcher Passen sind am 5. und 6. Dezember unterwegs von Haus zu Haus. Die Bösen werden bestraft, die Guten belohnt. Eine Pass darf nur als Einheit auftreten und untersteht dem Nikolaus. Seinen Anordnungen ist unbedingte Folge zu leisten. Außerdem ist der Vorteufel der "Chef" der Krampusse. In den "zehn wichtigsten Krampusregeln in der Gastein" kann man nachverfolgen, wie streng in dieser Region die Regeln des Brauchs ist. "Manches Jahr kommen im Laufe eines Abends drei, manchmal sieben", erzählt Elisabeth Fankhauser vom Aktivhotel Gasteiner Einkehr
Ein ganzes Tal ist "Kramperlnarrisch"
Viele ausgewanderte Gasteiner kommen Anfang Dezember aus allen Ecken der Welt „heim“, um beim Krampuslauf dabei zu sein, ob als Mitglied einer Pass oder als Zuschauer – ein Zeugnis, welchen Stellenwert der Brauch im Herzen der Gasteiner hat und dass es sich vom Trend in anderen Regionen als „Aufführung eines bedeutungslosen Spektakels“ deutlich und konsequent abgrenzt. Viele ausgewanderte Gasteiner kommen Anfang Dezember aus allen Ecken der Welt „heim“, um beim Krampuslauf dabei zu sein, ob als Mitglied einer Pass oder als Zuschauer.


Stammgäste reisen extra früher an

Eigentlich eröffnet das Hotel Gasteiner Einkehr erst am 6. Dezember die Wintersaison, doch einige Stammgäste kommen seit Jahren  schon am 5. zum traditionellen Nikolausbesuch, denn an diesem Abend sind die Passen im Ort unterwegs, am 6. dann in den ländlicheren Gegenden. Gemütlich sitzt man mit der Gastgeberfamilie in der warmen Stube beisammen. Es wird geschmaust, gesungen und auf "Passen" gewartet. Gut, wer ein Gedicht für den Nikolaus hat und die Krampusse freundlich stimmen kann. Friedlich geht es her. Keine Gewalt, keine Show, keine Horrormasken. Stolz vererben Väter ihre alten Larven weiter. Es gibt im Gasteinertal den sogenannten "alten Kopf". Eine uralte Larve, die „schon immer“ unterwegs war und die jeder kennt. Sie landet  nicht als "unmodern" in der Besenkammer, sondern genießt eine hohe Stellung.

Familie Fankhauser freut sich auf Sie. Aktivhotel Gasteiner Einkehr**** - Salzburgerland
Familie Fankhauser
A-5632 Dorfgastein
T +43 (0)6433 7248
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.einkehr.com

Blog abonnieren
 

Kommentare

Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!
Already Registered? Login Here
Gäste
22. Oktober 2019

Sicherheitscode (Captcha)

 
 

Blog abonnieren

Information Cookies

Cookies sind kleine Textdateien unserer Webseite, die auf Ihrem Computer vom Browser gespeichert werden wenn sich dieser mit dem Internet verbindet. Cookies können verwendet werden, um Daten zu sammeln und zu speichern um Ihnen die Verwendung der Webseite angenehmer zu gestalten. Sie können von dieser oder anderen Seiten stammen.

Es gibt verschiedene Typen von Cookies:

  • Technische Cookies erleichtern die Steuerung und die Verwendung verschiedener Optionen und Dienste der Webseite. Sie identifizieren die Sitzung, steuern Zugriffe auf bestimmte Bereiche, ermöglichen Sortierungen, halten Formulardaten wie Registrierung vor und erleichtern andere Funktionalitäten (Videos, Soziale Netzwerke etc.).
  • Cookies zur Anpassung ermöglichen dem Benutzer, Einstellungen vorzunehmen (Sprache, Browser, Konfiguration, etc..).
  • Analytische Cookies erlauben die anonyme Analyse des Surfverhaltens und messen Aktivitäten. Sie ermöglichen die Entwicklung von Navigationsprofilen um die Webseite zu optimieren.

Mit der Benutzung dieser Webseite haben wir Sie über Cookies informiert und um Ihr Einverständnis gebeten (Artikel 22, Gesetz 34/2002 der Information Society Services). Diese dienen dazu, den Service, den wir zur Verfügung stellen, zu verbessern. Wir verwenden Google Analytics, um anonyme statistische Informationen zu erfassen wie z.B. die Anzahl der Besucher. Cookies von Google Analytics unterliegen der Steuerung und den Datenschutz-Bestimmungen von Google Analytics. Auf Wunsch können Sie Cookies von Google Analytics deaktivieren.

Sie können Cookies auch generell abschalten, folgen Sie dazu den Informationen Ihres Browserherstellers.